• Bianka

Who the F*ck ist Yin? Oder: Yin Yoga - die Stille Praxis

Aktualisiert: 10. Sept 2018

Gegensätze und Schwingung – eine Theorie des Yin

Wer schon mal, auch in Frankfurt und Umgebung, auf den ein oder anderen Plan eines Yogastudios geschaut hat – auch bei uns im Yogaladen in Offenbach – hat sich bestimmt schon mal über den Titel ‚Yin Yoga‘ gewundert. Viele wissen zumindest, dass Yin Yoga eine ruhigere Yogapraxis ist, in welcher die einzelnen Haltungen länger als für Yoga üblich gehalten werden. Doch dies beschreibt nur einen kleinen Teil der Yin-Praxis. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Details des Yin Yoga.


Doch zunächst: Was ist Yin?

Wer Yin hört, denkt vermutlich zunächst einmal an das allbekannte Yin-Yang-Symbol – eine schwarze Welle vereint sich mit einer weißen Welle zu seiner Kreisform. In jeder Farbe findet sich jeweils ein Punkt der entgegengesetzten Farbe wieder. Durch die ineinander gewundenen Wellen wirkt das Symbol dynamisch – bewegt. Die Farben symbolisieren die Gegensätze, welche das Leben bestimmen. Nach der traditionellen chinesischen Philosophie besteht alles aus Gegensätzen. Demnach ist das Leben ein ständiges, gleichförmiges Pendeln zwischen Gegensätzen wie laut/leise, hell/dunkel, männlich/weiblich. Doch diese Annahme geht noch viel tiefer.


Das einzig Beständige im Leben ist die Veränderung – der Verlauf der Zeit gleicht einem ständigen Schwingen eines Pendels, welches niemals zum Stillstand kommt. Und so wie das Pendel auf einer Seite ausschlägt, so schwingt es wieder zur entgegengesetzten Seite zurück. Man nennt diese Annahme das Gesetz der Schwingung. Jenes Gesetz kann man wiederum durch das Gesetz der Polarität erweitern. Die Pole sind immer zwei Extreme einer Achse. Zum Beispiel: Heiß und kalt entsprechen den Extremen der Achse der Temperatur. Wann immer es im Leben also ‚bergauf‘ geht, folgt das Zurückschwingen um einen Ausgleich des Ausschlagens zu schaffen.


Wer es schafft, diese Gesetze für sich anzuwenden, erkennt, dass es nicht förderlich ist in ‚dunklen‘ Zeiten

zu verzweifeln, denn das Gesetz der Polarität besagt, dass zu jedem ‚Dunkel‘ auch ein Licht gehört. Das Gesetz der Schwingung verspricht, dass die Zeiten ganz sicher wieder Heller werden. Das Ziel für ein ausgeglichenes Leben ist also, sofern dies im Bereich der eigenen Möglichkeiten liegt, das Ausschlagen des Pendels durch ausgeglichenes Handeln und Gemüt zu verringern. Wem es gelingt, hierdurch die Entfernung der Pole, die das Pendel während des Ausschlagens erreicht, zu verringern – der lebt in seiner Mitte und ist durch ständige Gelassenheit erfüllt.


Und was bedeutet das jetzt für die Yogapraxis? Yin und Yang stehen im Yoga für die o.g. Gegensätze. Yang steht für das Männliche, das Gebende, das Kraftvolle, das Aktive und das Warme – alles Dinge, welche wir oftmals mit dem Sport und dem Schwitzen verbinden. Gerade Vinyasa-Yoga ist eine Yangpraxis, denn sie

fördert die Muskulatur, das ‚Feuer‘ in uns und strebt nach Bewegung und Aktivität. Yin wiederum bedeutet alles Gegensätzliche: Das Weibliche, das Empfangende, das Weiche, das Passive, das Kühle, das Entspannte.


Yin Yoga bietet somit den idealen Ausgleich zu Yang-Sportarten bzw. Yang-Yoga oder auch einer yang-dominierten Lebensweise. Durch eine regelmäßige Yin-Praxis findet man die Mitte des eigenen

Pendels wieder und lässt sich auch durch die Veränderungen, die Schwingungen, der Außenwelt nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen.



Yin Yoga in der Praxis Der Alltag des modernen Westlers gestaltet sich zunehmend aus Yang-Anteilen. Auf der Arbeit erwartet man von ihm Aktion und Engagement, in der Familie und Beziehung Hingabe und Leidenschaft, während der Freizeit Abenteuerlust und Neugier. In einer Zeit, in welcher Talent und Tugend den Menschen selbst auszumachen scheinen, in welcher jeder dazu angetrieben wird, immer Alles und davon nur das Beste zu geben – in dieser Zeit verlieren Menschen oftmals die Mitte, indem sie ihr Yin in Form von Entspannung, Loslassen und Empfangen vernachlässigen. Das Pendel schlägt immer weiter aus – wer immer hundert Prozent gibt und von sich selbst erwartet, in Höchstform zu arbeiten, dessen Pendel wird früher oder später zwangsläufig in die Gegenrichtung ausschlagen. Körper, Geist und Seele werden Yin suchen, wenn es sein muss, gegen die eigene Intention. Folgen davon können beispielsweise Burn-Out, Erschöpfung und andere Zustände sein, in welchen sich der Körper die Erholung nimmt, die er braucht.


Yin Yoga gleicht diese Extreme aus. Im Yin Yoga entspannen und empfangen wir. Durch Asanas, in denen wir zwischen drei und zehn (oder mehr) Minuten bleiben, werden wir im Laufe der Yogastunde immer ruhiger. Idealerweise besteht eine Yin-Stunde ausschließlich aus entspannten Dehnungen. Rein physisch kann man beobachten, dass der Herzschlag wird langsamer, die Atmung wird auf ein Minimum reduziert und die Muskulatur vollständig entspannt.

Viele Asanas sind aus dem Yang-Yoga bekannt. Die Haltung der Taube, im Yin der schlafende Schwan genannt, ist eine Asana, in welcher die Gesäßmuskulatur gedehnt wird. Wer hier versucht, den Dehneffekt durch kraftvolles Nach-unten-drücken zu verstärken um den maximales Dehneffekt zu erzielen, befindet sich in der Yang-Praxis. Es geht im Yin nämlich nicht darum, durch Anspannen der Muskeln aktives Dehnen herbeizuführen, sondern sich passiv, durch die Schwerkraft begünstigt, in die Haltung hineinsinken zu lassen.

Was bewirkt Yin Yoga im Körper? Neben der Entspannung des Geistes, begünstigt Yin Yoga die Flexibilität der Muskulatur und Sehnen. Indem wir passiv, d. h. ohne Anspannung Dehnen, erreichen wir sogar die Kapseln um die Gelenke. Dies sorgt wiederum für gut durchblutetes Gewebe und die Erzeugung wichtiger Gelenkschmiere. Degenerationserscheinungen wie Arthrose kann dadurch effektiv vorgebeugt werden. Yin Yoga stimuliert zudem unser fasziales Gewebe. Dieses durchzieht unseren Körper wie ein Spinnennetz und hält die Knochen und Organe da wo sie hingehören. Verklebtes Fasziengewebe kann sich regenerieren, wodurch wiederum Schmerzen vorgebeugt werden kann. Die langen Dehnungen des Yin Yoga lassen außerdem Hyaluronsäure aus dem Gewebe in die höheren Hautschichten aufsteigen und sorgen für eine gesunde Haut.


Ganz allgemein begünstigt Yin Yoga die Erhaltung der Lebensqualität bis ins hohe Alter und kann von Jedem bedenkenlos praktiziert werden. Durch den Einsatz von Hilfsmitteln wird jede Praxis zu einem individuellen Erlebnis.




Jeder kennt das: Wir sehen auf einem Foto einen Yogi eine grazile und intensive Rückbeuge – zum Beispiel die Haltung des Heraufschauenden Hundes (im Yin-Yoga die Haltung des Seehundes) – ausführen. Das wollen wir dann auch können. Wir praktizieren und dehnen und üben und kommen nicht weiter. Warum nicht? Durch Yin Yoga lernen wir uns selbst besser kennen – und so erkennen wir bald, dass jeder Körper individuell ist. Und damit ist nicht nur die äußerliche Erscheinung gemeint, sondern auch die skelettale Beschaffenheit.

Wer sich von dem Ziel der maximalen Flexibilität entfernt, indem er die Dehnung ganz sanft ‚kommen‘ lässt, dessen Sinne öffnen sich für die feinstofflichen Vorgänge des Körpers, des Geistes und der Seele. Denn hinter allen Faszien, Muskeln und Knochen befindet sich tatsächlich noch viel mehr, was wir mit intensivem Fühlen und Wahrnehmen entdecken können. Wem es gelingt, sich fallen zu lassen - der kann zum Beobachter des eigenen Selbst werden. In der chinesischen Medizin spricht man von Fluss der Lebensenergie – dem Chi. Länger praktizierende Yin-Yogis spüren neben sämtlichen grobstofflichen Vorgängen im Körper auch den Fluss dieser Energie. Wer Yin regelmäßig praktiziert, schafft sich seinen eigenen Ausgleich zum oftmals anstrengenden Alltag. Er wird Hüter des eigenen Pendels des Lebens und lebt in der eigenen Mitte. Darüber hinaus begünstigt Yin Yoga die eigene Gesundheit auf verschiedenen Ebenen und erlaubt ein Leben mit mehr körperlichem Wohlbefinden und innerer, tiefer Gelassenheit.



Neugierig geworden? Bei uns im Yogaladen in der Bernardstraße 82 in Offenbach bei Frankfurt kannst Du gerne jederzeit ohne Voranmeldung zu einer Yin-Stunde vorbeikommen: Immer dienstags 20.00 – 21.30 Uhr. Der Energieausgleich ist, wie immer bei uns, freiwillig


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- Bianka


Autorin: Bianka Rehn http://www.youyogame.com

Foto unten: Peter Füssel https://www.dasfussel.de/wp/


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