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  • Sarah

Yoga in Krisenzeiten

Aktualisiert: 5. Sept. 2019

eine persönliche Reflektion meiner Yogapraxis, die mich durch eine Krise trägt


Kennst du das Gefühl: Alles um dich herum fällt in sich zusammen? Als würde sich von jetzt auf gleich alles in einen tosenden Sturm verwandeln, der dich gehörig nass regnet und dir fast die Luft zum Atmen nimmt?

ein Sturm zieht auf Yoga in Krisenzeiten Sarah Offenbach

Bei mir kam dieser Sturm Karfreitag, quasi unangekündigt um die Ecke. Es gab rückblickend natürlich doch einige Anzeichen für das, was sich da zusammenbraute - in den Wochen und Monaten zuvor, die ich als solche nicht erkannt oder schlicht nicht ernst genommen habe. Manchmal brauchen wir dann wohl aber doch die lautere Stimme in uns, die, die wir nicht ignorieren können, um etwas Essentielles zu lernen.

„Ich stelle mich mitten in den Wind, mitten in den Sturm und genieße wie er heult. Kein Stein bleibt auf dem andern stehen. Die Welt wird vor meinen Augen aus den Angeln gehoben und ich bin nicht mehr derselbe.“ singt Matze Rossi („Wirst du an mich denken“) und beschreibt damit mein Gefühl unglaublich treffend.


Was ist also passiert? Ein leichtes Ziehen im Bein, eine kleine Einschränkung in der Beweglichkeit. Kein Problem dachte ich. Als die Schmerzen in meinem rechten Bein mich dann aber so in die Knie gezwungen haben, dass ich nicht mehr laufen konnte, habe ich realisiert, dass wirklich etwas ganz und gar nicht mehr stimmt. Diagnose: Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule. Mit Lähmungserscheinungen im Fuß. Eine Operation der einzige Ausweg. Das sitzt.


Warum Yogalehrer*innen keine Superheld*innen sind

und Yoga dennoch Superkräfte weckt

Ich bin doch Yogalehrerin, wie kann mir sowas passieren? Diese Frage musste ich immer und immer wieder beantworten. Ist diese Frage hilfreich? Ich denke nicht unbedingt. Die Tage bis zur Operation war ich ebenso wie in den Wochen danach stark geprägt durch ein nicht annehmen Wollen und einen Kampf mit meinem Ego. Die innere Stimme die schreit: „Ich will hier nicht sein. Nicht im Krankenhaus. Nicht zu Hause auf der Couch. Ich will mich bewegen. Ich will auf meine Matte.“ Einige Wochen vergingen und ich war mit vielen Emotionen konfrontiert, die nicht immer angenehm waren. Als Bewegungsmensch fiel es mir unendlich schwer n